Donnerstag, 9. August 2018

5 Jahre Bücherwürmer!

Kreuzworträtseln
smh - Dieses Jahr jährt sich die im Rahmen des Solothurner Ferienpass durchgeführte Ausbildung zum Bücherwurm ZB bereits zum 5. Mal!

Auch diesmal konnten wir nur staunen mit welcher Energie sich die Kinder in die Arbeit einbrachten. Die Fotos geben ein wenig einen Eindruck davon. Auch den Benutzerinnen und Benutzern fiel das eifrige Wirken positiv auf.

Bilderbücher suchen für einen "Themenkoffer"
Zum ersten Mal war gar kein Junge in der Gruppe. Die sechs Mädchen zwischen 9 und 12 kannten sich alle nicht. Um so erstaunlicher, wie reibungslos und fruchtbar sich die Zusammenarbeit in den Zweierteams gestaltete.

Für mich ist ein Höhepunkt jeweils das Dekorieren der Tische und des Schaukastens. Die Bücherwürmer können das Thema selber bestimmen, und diesmal brachten sie sogar selber Deko-Material mit.

Dekorieren (mehr dazu weiter unten!)
Am letzten Tag besuchten wir gemeinsam eine Buchhandlung und jedes der Mädchen hat ein Buch für die Bibliothek ausgewählt. Die meisten unter ihnen sind Serien-Leserinnen, was sich auf die Auswahl ausgewirkt hat.

Cecilija (11) ist ein Fan der Internat-Reihe Carlotta, und wählt für uns den neusten Band der Reihe Conni & Co. aus.
 Yuna (10) entschied sich für "Ein Elefant für Grace".


Michelle (10) liest am liebsten Comicromane und lustige Taschenbücher, und wählt für uns "Sprichst du Schokolade?" aus.

Carina (12) mag "Detektiv Conan" und die Reihe "Alea Aquarius". Aus der Buchhandlung bringt sie den ersten Band von "Magic Academy" mit.

Lora (10) steht auf Greg, Lotta-Leben und "Die Schule der magischen Tiere". Sie wählt das Pferdebuch "Reiterhof Glückstal".

Yaelle (9) hat es gerne spannend, zum Beispiel mit den "Drei !!!", mag aber auch Tagebücher. Passend dazu bringt sie den neusten Titel der "Dork Diaries" mit in die Bibliothek.

Was hat den Mädchen bei uns am Besten gefallen?
  • Die geheimen Räume
  • das Dekorieren
  • das Kreuzworträtsel
und
  • das Ordnen und Aufräumen (!!!!)
Einige haben auch bereits Berufswünsche oder -träume: Tierärztin, Bäuerin oder Zirkusartistin. Illustratorin. Schreinerin oder Gärtnerin. Millionärsgattin und Hausfrau (dieser Berufswunsch sei aber nicht mehr ganz aktuell).

Die Woche mit den Bücherwürmern war schnell vorbei, doch hoffen wir, dass sie sich auch noch später genau so gern wie wir daran zurück erinnern werden!

Basteln...

...und fertig ist die Unterwasserwelt!
Was wohl hier entsteht?
Fliegende Tiere in der Nacht...

...und fliegende Tiere am Tag
Der Schaukasten...

...spricht für sich
Frau Junod zeigt, wie man es macht - und dann wird foliiert
fertig!

Samstag, 28. Juli 2018

Auf der Suche nach den Bücherzwergen

Foto: Cecile Eggenschwiler

smh - Dieses Jahr suchten die Ferienpass-Kinder nicht nach einem Schatz, sondern nach einem Bücherkrankenhaus. Dort pflegen - so erzählt die Legende - fürsorgliche Zwerge die verletzen Bücher wieder gesund. Angeleitet von Bruno Durrer erlebten zwei Gruppen von Solothurner Kindern zwischen 5 und 8 ein vergnügliches Abenteuer innerhalb und ausserhalb der Zentralbibliothek. Ich habe den Spass ferienhalber leider verpasst, doch war eine Kollegin aus der Musikabteilung so nett und hat für uns ein Foto gemacht. Nächste Woche findet das Ferienpass-Angebot für die grösseren Kinder statt: sie werden bei uns zum Bücherwurm ZB ausgebildet.

Freitag, 13. Juli 2018

Wasserverse

aw - In der vergangenen Värslistunde haben wir, der Temperatur  und der Ferienzeit entsprechend, Verse geübt, die einen Bezug zum Wasser haben.

Wir haben mit einer Angelrute Lesezeichen-Fische gefangen und dafür gesorgt, dass der Frosch zu seinen Fliegen kommt.

Für alle, die schon in den Ferien waren oder ihr Minibook im Freibad auf Wasserfestigkeit getestet haben, gibt es hier das Minibook mit den Wasserversen zum ausdrucken.

Viel Spass beim ausprobieren.

Samstag, 30. Juni 2018

Wenn Beratung funktioniert

smh - Wir lieben es, unsere Kundschaft zu beraten. Gleichzeitig ist es eine Herausforderung, so auf Abruf gute Vorschläge zu liefern. Auch wir haben längst nicht alle Bücher in unserem Bestand gelesen, alle Filme gesehen, alle CDs gehört. Darum ist jede Bitte um Beratung sehr aufregend: wird es mir gelingen, das Passende zu finden?

Heute hat es zweimal ganz wunderbar geklappt.

Die eine Anfrage kam vor zwei Tagen telefonisch rein. Eine Lehrerin sucht eine gute Bilderbuchgeschichte, die man Schülerinnen und Schülern von der 1. bis zur 5. Klasse anlässlich eines Umzugs des Schulhauses vorlesen könnte. Es soll um Abschied gehen und Neuanfang, und dessen positive und hoffnungsvolle Seite betonen.

Wir haben gesucht, im Katalog und in den aktuell anwesenden Bilderbüchern. Unter dem Schlagwort Abschied geht es oft um Trauer und Tod, das Schlagwort Neuanfang haben wir vor allem bei Schulwechseln von einzelnen Kindern vergeben. Das Schlagwort Umzug bringt ein paar gute Titel, doch sind die meisten dieser Bücher gerade ausgeliehen.

Das habe ich schlussendlich für die Lehrerin zusammengestellt:

Der kleine Vogel Jakob fliegt mitsamt seinem Nest vom Baum und wird von Wind, Wasser und Verkehr weiter gen Süden getrieben, während seine Mutter verzweifelt versucht, ihn zu retten. Am Schluss kommt alles gut: er lernt zu fliegen!

Timo muss umziehen, obwohl er das gar nicht will. Zum Glück stellt sich heraus, dass der neue Ort auch sein Gutes hat.

Das Zebra läuft jeweils einem Kind zu, das etwas Unterstützung braucht. Sobald das Kind auf eigenen Füssen steht, zieht das Zebra weiter, um jemand anderem zu helfen.

Die Tiere im Wald sehen etwas kleines Schwarzes, und malen sich aus, was das alles Schreckliches bedeuten könnte. Doch kann das kleine Schwarze auch etwas Gutes sein - ein Samenkorn zum Beispiel...

Zwei winzige Insekten leben auf einem Blatt. Der Winzling auf der Schattenseite sieht das Leben eher düster, und traut sich nicht etwas zu verändern. Doch manche Veränderungen kann man nicht aufhalten. Und vielleicht sind sie ja sogar für etwas gut!
Die Lehrerin fand besonders die beiden letzten Titel interessant und hatte bereits Ideen, was für ein zur Geschichte passendes Geschenk sie den Kindern würde mitgeben können.

***

Die zweite Anfrage kam von einem jungen Mädchen. Sie hat alle Hör-CDs der Fantasy-Reihe Laura von Peter Freund gehört, und sucht nun "nach etwas Ähnlichem". Wir haben gemeinsam die Fantasy-Hörbücher durchsucht, und ich habe ihr einige Titel gezeigt, von denen der erste Band da war, und die mir gut gefallen. Ein Junge in ihrem Alter beteiligte sich spontan an der Diskussion, bestätigte einige meiner Empfehlungen, und fügte eigene hinzu.

Es entstand ein sehr schöner Dialog zwischen uns dreien, und bei einem Titel sprang der Funke so richtig auf das Mädchen über. Manchmal sind Kinder und Jugendliche fast zu höflich, um ihre Reaktionen auf Empfehlungen unverblümt zu zeigen, was diese Beratungsgespräche noch zusätzlich erschweren kann. Um so schöner, dass uns für einmal so etwas wie ein Austausch auf Augenhöhe gelang. Wir sind ja alle Lesende (und Hörende), egal wie alt.

Das sind die CDs, über die wir uns ausgetauscht haben:

Laura gab den Ausschlag für das Gespräch

Oksa kennt sie schon, und sie hat ihr gut gefallen - wir sind also auf der richtigen Spur!

Reckless ist einer meiner Favoriten, ich bin mir bloss manchmal nicht sicher, ob die Geschichte zu düster ist. Der Junge bestätigt meine Empfehlung mit Nachdruck.

Auch hier sind sich der Junge und ich einig: der Anfang ist etwas langsam, aber dann wird es gut.

Trix war wohl etwas "zu speziell". Sie hat ihn nicht mitgenommen.

Bei Septimus Heap hingegen haben wir den Nagel auf den Kopf getroffen. Ihre Augen fingen richtiggehend zu leuchten an. Ich hoffe der erste Band gefällt ihr so gut wie mir! Die Hörfassung soll gemäss einer Kollegin sehr gut gelungen sein.

Freitag, 29. Juni 2018

Wie Medien Generationen verbinden

Zum Teil schon etwas angeschlagene Schätze aus unserem Magazin
smh - Im Landesmuseum läuft zur Zeit eine Ausstellung zu beliebten Schweizer Bilderbüchern unter dem Titel "Joggeli, Pitschi, Globi...". Dazu gehören auch Veranstaltungen, bei denen ältere Menschen nach den Lieblingsbüchern ihrer Kindheit gefragt werden.

Ich weiss aus eigener Erfahrung, wie stark die emotionale Bindung an die ersten Bücher sein kann, die man geschenkt und vorgelesen bekam, und die man selbst betrachtet und gelesen hat. Bei mir sind auch welche dabei, die ich damals geliebt habe, die mich jetzt bei erneuter Betrachtung und Lektüre enttäuschen. Andere halten der Zeit Stand und sind heute - in meinen Augen zumindest - noch genau so gut wie sie es bei der ersten Begegnung waren.

Was gibt es also natürlicheres, als diese Lieblinge mit den eigenen (Paten-)Kindern, Enkeln, Nichten und Neffen teilen zu wollen? Das funktioniert nicht immer. Mein Sohn konnte sich zum Beispiel nie für das Thema Indianer erwärmen, welches mich so intensiv durch Kindheit und Jugend begleitet hat. Bei den Vorlesebüchern hatte ich mehr Glück, und er liess sich Tschipo, Latte Igel, Räuber Hotzenplotz, Michel und Co. sehr gerne von seinen Eltern vorlesen.

Wir erleben in der Kijubi regelmässig, dass Eltern ihren Kindern von bestimmten Büchern oder auch Filmen und Fernseh-Serien vorschwärmen, die sie als Kinder geliebt haben. Das ist sicher einer der Gründe, weshalb bei uns die DVDs von Silas, Winnetou und Unsere kleine Farm noch immer so gut laufen.

Bei den Büchern haben wir das Glück, auf unser Magazin zurück greifen zu können. Anne auf Green Gables, Nesthäkchen, Jan der Detektiv, Blitz, Karl May und weitere Schätze der Vergangenheit warten dort darauf, von neuen Generationen wiederentdeckt zu werden.

Freitag, 25. Mai 2018

Die Bibliothekarin in der Wildnis - oder: Vorlesen auf dem Amthausplatz


smh - Der Mittwoch war ein aufregender Tag für mich und unsere Lernenden Jessica und Fabienne: um 13.30 Uhr packten wir unsere sorgfältig ausgewählten Lieblingsbilderbücher ein und machten uns auf den Weg zum Amthausplatz, um dort unseren Beitrag zum ersten Schweizer Vorlesetag zu leisten. Bei unserer Ankunft hatten die fleissigen Leute von Platz da?! (Aktionsmonat "Öffentlicher Raum für alle") bereits alles vorbereitet: eine mobile Bühne genannt Adapter sowie ein Pavillon, genügend Stühle, ein Korb mit Znüni und eine Kasse für die Kollekte standen bereit. Zusammen mit Jeannine David vom Alten Spital warteten wir hoffnungsvoll auf die ersten Gäste. Würde überhaupt jemand kommen?

Fasziniert beobachtete ich Jeannine dabei, wie sie mit Flyer in der Hand auf die Passanten zuging und sie ansprach. Dabei machte sie sowohl Werbung für unseren Vorlese-Stand als auch für die ganze platzda-Aktion. Etwas zögerlich versuchte ich es ihr gleich zu tun. Als Bibliothekarin bin ich mir ja gewohnt, dass die Besucherinnen zu mir kommen, wenn sie etwas brauchen.

Zu meiner grossen Freude und Erleichterung trafen schon bald die ersten Kinder in Begleitung von Grossmüttern und Müttern ein, und wir konnten loslegen. Meist waren wir zu zweit am Vorlesen, einmal sogar zu dritt. Da Zelt und Adapter bereits belegt waren, setzte ich mich mit meinem Publikum ins Bus-Häuschen. Denn an ein Vorlesen an der prallen Sonne war nicht zu denken. Das Wetter war uns nämlich überraschend gnädig - der angedrohte Regen blieb völlig aus.

Das Vorlesen machte mir viel Spass. Dabei war es gar nicht so einfach, eine Position zu finden, in der alle die Bilder sehen, und ich trotzdem noch den Text ablesen konnte. Meist las ich in Hochdeutsch und übersetze dann auch noch in Mundart - so musste ich mich nicht für das eine oder andere entscheiden und zudem verlangsamte sich dadurch der Ablauf und alle Kinder hatten genügend Zeit, das Gehörte zu verdauen. Um ihre Aufmerksamkeit zu behalten, stellte ich Fragen oder verwies auf Details in den Zeichnungen.
Einem Mädchen, das unsere Bibliothek noch nicht kannte, las ich das Bilderbuch "Ein Löwe in der Bibliothek!" von Michelle Knudsen und Kevin Hawkes vor. Dabei gab es viele Gelegenheiten, die Abläufe in einer Bibliothek zu erklären. Die Geschichte ist ziemlich lang und eher für grössere Kinder geeignet, die sich schon gut konzentrieren können.


Mit dem Pappbilderbuch "Da kommt der Wolf!" von Cédric Ramadier und Vincent Bourgeau hatte ich bei einem der kleineren Mädchen so viel Erfolg, dass ich es gleich zweimal nacheinander erzählen musste. Die Geschichte ist kurz und sehr aufregend - ein Thriller für die Jüngsten eben.


Mein liebstes Vorlesebuch bleibt natürlich "Chester" von Mélanie Watts. Die unglaubliche Frechheit des dicken Katers schaukelte die Kinder derartig auf, dass ich danach fast zwingend noch eine ruhigere Geschichte erzählen musste. Und was könnte da besser passen als das poetisch verträumte Bilderbuch "Pinguin gefunden" von Oliver Jeffers.


Nach gut zwei Stunden war der Spuk vorüber und wir kehrten zurück in die Bibliothek. Mir hat diese Erfahrung so gut gefallen, dass unbedingt bald wieder so etwas ähnliches machen möchte.

Und wie haben unsere Lernenden den Anlass erlebt? Gerne lasse ich sie selber erzählen.

Jessica Lima Henrique:


Der Vorlesetag hat mir gut gefallen und hat mir auch Spass gemacht. Es gab Kinder, die haben zugehört, aber nicht ins Buch geschaut. Da war ich verunsichert, ob sie überhaupt am Zuhören waren. Ich habe bei jedem Kind immer das gleiche Buch erzählt, alle wollten Panda Pai hören. Es sind recht viele Kinder gekommen. Die meisten kannte ich schon, da sie Benutzer von uns sind.

Jessica las die folgenden Bilderbücher vor:

"Auf leisen Tatzen" von Saskia Hula und Kerstin Schoene

 
"Elmar und das grosse Kitzeln" von David McKee

 
"Welches Tier versteckt sich hier?" von Gergely Kiss und Sabine Praml



Fabienne Fluri:

 
Dieser Nachmittag hat richtig Spass gemacht. Die Kinder haben geholfen die Geschichten zu erzählen und ihre Ideen eingebracht. Sie haben gelacht, wenn es lustig wurde und wurden ernst, wenn es gerade nicht so toll lief. Bei manchen Geschichten wurden die Kinder sogar selber zu den Personen in der Geschichte, weil sie genau gleich sind oder sich genau gleich vorstellen. Man sah richtig, wie die Kinder die Bilder in sich aufsaugten und jedes Detail sehen wollten. Sie lebten in diesem Moment in der Geschichte.
 
Fabienne hat die folgenden Bilderbücher vorgelesen bzw. erzählt:
 
"Vierzehn Mäuse und der Kürbis" von Kazuo Iwamura
 
 
"Ferien mit Barbapapa" von Annette Tison und Talus Taylor 

 
"Cooler Typ sucht süsse Gans" von Michael Schober


 
Jessica und Fabienne haben einige tolle Fotos gemacht, die das lebhafte Engagement der Kinder wiedergeben. Leider haben wir es in der Hitze des Gefechts versäumt, die Eltern um Erlaubnis zu fragen, was die Veröffentlichung dieser Fotos angeht. Um die Bilder trotzdem zeigen zu können, habe ich schweren Herzens die erkennbaren Gesichter verwischt, wodurch der Charme der Fotos leider etwas verloren geht. Sorry!
 




 
Fotos von Jessica Lima Henrique, Fabienne Fluri und Christa Schönmann Abbühl