Samstag, 17. Oktober 2015

Interview mit Simone Xie


Artwork by Simone Xie
smh - Am Freitag, 13. November findet bei uns im Rahmen der Erzählnacht ein Workshop mit der Schweizer Manga-Zeichnerin Simone Xie statt (Link zum Flyer). In diesem Zusammenhang habe ich mit der Künsterlin ein kurzes Interview in schriftlicher Form geführt.

Das Interview: 

Simone Xie
Wie erklären Sie einem Menschen, der noch nie davon gehört hat, was Mangas sind?
Kurz und knackig; das sind Comics aus Japan.

Warum zeichnen Sie selbst ausgerechnet Mangas? Was macht für Sie die Faszination der Mangas aus?
Gezeichnet habe ich schon immer. Dass ich über Mangas gestolpert bin, war ein glücklicher Zufall. Ich mag die einzigartige schwarzweiss Ästhetik der japanischen Comics sehr gerne und finde die Geschichten durch die dramaturgisch “offenere” Erzählweise auch schneller zugänglich.

Gibt es in der Schweiz eine Manga-Szene, und wie entwickelt sie sich?
Und wie es die gibt! Ich habe auch das Gefühl, dass die Szene von Jahr zu Jahr grösser wird, nicht zuletzt auch durch das steigende Angebot an Veranstaltungen. Die Messe Basel hat dieses Jahr mit der Fantasy Basel beispielsweise auch das erste Mal die Pforten für eine grössere Manga/Comics/Games Messe geöffnet.
Manga-Fans sind längst nicht mehr nur Leser, sondern gestalten die Szene aktiv mit und schwingen auch selber den Pinsel und eifern ihren Vorbildern nach oder verkleiden sich im Cosplay als ihre Lieblingscharaktere. Das Medium findet auch in der westlichen Gesellschaft mehr Akzeptanz und Interesse, als noch vor 10 Jahren.

Welche Mangas lesen Sie selbst? Und welche haben Sie als Kind besonders gern gelesen?
Als Kind habe ich die Mangas der Zeichnergruppe CLAMP gerne gelesen, da mir der mädchenhafte Stil und die fantasievollen Geschichten sehr zugesagt haben. Ranma1/2 bot die beste Unterhaltung. Und auch Oh! My Goddess habe ich lange Zeit verfolgt.
Mittlerweile lese ich leider nicht mehr so viele Mangas wie früher; Maximum Ride aus amerikanisch-koreanischer Produktion ist die einzige Serie, die ich derzeit sammle. Ansonsten lese ich auch gerne Fan-Comics (Doujinshi) und Mangas aus dem deutschsprachigen Raum.

Wie wirkt sich die weltweite Verbreitung auf die Weiterentwicklung der Mangas aus?
Mehr Verständnis für dieses Hobby, da auch immer mehr Erwachsene realisieren, dass Mangas eben nicht nur für Kinder sind, sondern durchaus auch Themen für ein älteres Publikum hergibt und ein Stück Kultur ist, was im Ursprungsland längst der Fall ist. In Amerika z.B. werden diverse Cosplayer auch bereits wie Stars gefeiert.

Manche Eltern oder Lehrpersonen mögen es nicht so gern, wenn die Kinder Mangas lesen. Welche Argumente könnte ein Kind anbringen, um die Erwachsenen umzustimmen?
Schwierig zu sagen, aber was spricht denn gegen Bildergeschichten?
Ich bin ja der Ansicht, dass Mangas durchaus auch die Kreativität fördern. Ausserdem vermitteln viele Geschichten auch Werte, die ein Kind auch im eigenen Sozialleben anwenden kann.

Zur Person:

Mein Name ist Simone Xie, ich bin gebürtige Baslerin und zeichne seit über 10 Jahren im Manga Stil.

Nach der erfolgreichen Teilnahme an Zeichenwettbewerben publizierte ich im Zeitraum von 2006-2012 diverse Manga Kurzgeschichten bei deutschen Verlagen, u.a. TOKYOPOP und Carlsen Comics.

Seit 2008 führe ich auch Zeichen-Workshops für Kinder und Jugendliche durch. Antreffen kann man mich auf Conventions und Messen, wo ich Manga-Portraits und auch ein kleines Print-Sortiment anbiete.

Ich arbeite sowohl mit digitalen, als auch traditionellen Medien; eine besondere Vorliebe hege ich für Aquarell.

Viele Neuigkeiten und Einblicke in meine Arbeit (mit Skizzen und Zeichenzwischenschritten) findet man auf meiner Künstlerseite auf Facebook: http://facebook.com/simonexieofficial

Bildergalerie:
Artwork by Simone Xie
Artwork by Simone Xie
Artwork by Simone Xie

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