Freitag, 28. Juni 2019

Die andere Bibliothek – Mein Praktikum in der PH Bibliothek Solothurn


Fabienne schreibt:

Von Zeit zu Zeit bekommen wir Fragen von Kunden, die eine andere Sprache lernen, ob wir ein Medium zu einem bestimmten grammatikalischen Thema haben. Manchmal können wir ihnen Medien bieten, manchmal aber auch nicht. Wenn wir nichts über das gefragte Thema haben, zum Beispeil "der, die, das" einsetzten üben, schlagen wir den Kunden die PH Solothurn vor. Diese Bibliothek ist spezialisiert auf Lehrmittel und ist der FHNW angeschlossen.
Daher dachte ich mir, warum mache ich nicht ein Praktikum in der Bibliothek, welche ich den Kunden empfehle? Also schrieb ich eine Praktikumsanfrage und bekam bald darauf die Bestätigung, dass ich gehen darf.
Direkt nach Ostern startete ich mein Praktikum in der FHNW PH Solothurn.

Die PH Bibliothek

Am Anfang durfte ich gerade in die Ausleihe, da wir hier in der Zentralbibliothek dasselbe System haben, wie die PH. Auch hat die FHNW schon die Selbstausleihe installiert.
Zu den grössten Aufgaben in der Ausleihe gehört das Raussuchen von reservierten Medien aus den Gestellen, welche Lehrpersonen reserviert haben. Aber auch das Verbuchen von Medien, welche per Kurier von verschiedenen anderen Bibliotheken kamen, nimmt einen grossen Teil ein.

Die Ausleihe

Rückgabewagen und im Gestell die Reservationen

Das Katalogisieren kam auch bald an die Reihe. Sie haben Belletristik und Sachbücher, aber auch ganz viele Lehrmittel und Spiele. Ich durfte ein paar Lehrmittel katalogisieren, was viel Konzentration erforderte. Zum Teil haben sie von einem Buch fünf oder sechs Exemplare und damit sind die Übungshefte oder Lösungen noch nicht miteingeschlossen.


Lehrmittel
 
Ausserdem durfte ich noch den Eingang von bestellten Medien verbuchen, wobei ich ganz herzige Bilderbücher gesehen habe, die ich natürlich auch gerade hier in der Zentralbibliothek vorgeschlagen habe. Bücher ausscheiden und umsignieren gehörte auch zu meinen Aufgaben sowie bei den Zeitschriften, diese für die Selbstausleihe ausstaffieren.


Magazinsignatur ausdrucken

Einmal durfte ich mit in die FHNW Bibliothek in Muttenz, wo uns das ganze Haus gezeigt wurde. Das Gebäude ist sehr imposant!

Mein Praktikum in der PH Bibliothek war abwechslungsreich, interessant, lehrreich und ich durfte ganz viele tolle Menschen kennen lernen. Es war eine super Zeit und ich danke dem ganzen Team der PH Bibliothek herzlich!

PH Bibliotheks-Team (ca. die Hälfte hier)

Donnerstag, 27. Juni 2019

Herzliche Gratulation an Jessica!

Jessica mit Verena Bider, Direktorin/Berufsbildnerin (r.)
und Jeannette Fiala, Ausbildungskoordinatorin (l.)
smh - Wir freuen uns über das bestandene Qualilfikationsverfahren unserer Lernenden Jessica Lima Henrique! Sie hat damit ihre Ausbildung zur Fachfrau Information und Dokumentation erfolgreich abgeschlossen. Für uns sind die drei Lehrjahre mit Jessica wie im Flug vergangen. Und ein bisschen traurig sind wir schon, dass sie uns schon bald verlassen wird.
Für ihre private und berufliche Zukunft wünschen wir ihr alles, alles Schöne und Gute!


Freitag, 7. Juni 2019

Ein trauriger Abschied


smh - Jeden Freitagmorgen hat über viele Jahre hinweg Hanni Wetterwald als freiwillige Ordnungsmitarbeiterin bei uns die Bücher eingeräumt. Mit Fleiss, Genauigkeit und Humor bot sie dem Chaos in der Kijubi die Stirn.

Letzte Woche haben wir die Nachricht von Hannis Tod erhalten. Der Verlust trifft uns hart. Es ist schwer vorstellbar, dass wir ihr nicht mehr zwischen den Gestellen oder unterwegs in Solothurn begegnen werden.

Wir werden sie sehr vermissen.

Mittwoch, 29. Mai 2019

Und aus Papier entstanden Dörfer und Städte...


aw - Es begann mit Bergfalten und Talfalten und am Schluss standen Minibooks, Leporellos und fantasievoll bemalte Schächtelchen auf den Tischen.

Letzten Samstag, zum Abschluss seiner Ausstellung "buchhandwerk", gab Edwin Heim bei uns in der Bibliothek einen Papier-Workshop für Kinder. Nachdem uns der Buchbindermeister und Papierkünstler ein bisschen mit dem Material Papier und seiner Geschichte vertraut gemacht hatte, durften wir uns zwei Stunden lang selber an drei kleinen Papierprojekten versuchen.

Als erstes wurden kleine sechsseitige Büchlein ganz ohne Leim gefaltet (Minibooks).
Danach lernten wir die Handgriffe für ein perfektes Leporello kennen. Als Edwin Heim uns dann noch zeigte, dass man aus diesen Leporellos nicht nur kleine Fotoalben machen kann, hob unsere Fantasie ab. Es entstanden Leporellodörfer, -städte und ganze Gebirgszüge.
Damit diese Leporellos schön verpackt werden konnten lernen wir zum Schluss noch passende Schachteln zu falten (Achtung, der Bogen für den Deckel muss grösser sein, als jener für den Boden;-))

Inspiriert verliessen wir den Workshop. ¨
Bei nächster Gelegenheit will ich unbedingt mein Leporellodorf wieder aus der Schachtel holen und daran weiter basteln. Vielleicht schaffe ich es noch ein paar Quartiere zu falten, oder gar Solothurn - als Stadt in der Schachtel - entstehen zu lassen.

An diese Stelle noch einmal einen herzlichen Dank an Edwin Heim, der diesen Workshop kostenlos für uns durchgeführt hat.

Freitag, 24. Mai 2019

Leseempfehlung "Allways and forever, Lara Jean" von Jenny Han

Jessica schreibt:

Ich empfehle euch das neue Buch von Jenny Han. Es ist der letzte Band ihrer Lara-Jean-Trilogie. Die ersten beiden Bände heissen: «To all the boys i’ve ever loved before» und «P.S. I still love you».

 
In diesem Buch geht es wie man es schon beim Titel lesen kann, um Liebe. Es gibt zwei Hauptcharakteren ein Mädchen, die Lara Jean heisst und ein Junge, der Peter Kavinsky heisst. Sie sind beide Teenager und leben in Amerika. Die Mutter von Lara Jean ist vor einigen Jahren verstorben, sie lebt mit ihrem Vater und ihrer kleinen Schwester zusammen.
Sie haben sich ineinander Verliebt indem sie eine Fake-Beziehung führten. Peter wollte seine Ex-Freundin zurück haben und Lara Jean wollte die Liebe zum Freund ihrer Schwester, die Margot heisst nicht zugeben.
 
Dieses Buch finden Sie bei uns in der Kinder- und Jugendabteilung und hat folgende Signatur:
ZBS KJ Z/Liebe/HAN/3.

Dienstag, 23. April 2019

Praktikum in der Zentralbibliothek Solothurn

Safi schreibt:

Am Montag den 28. Januar habe ich mein  Praktikum in der Zentralbibliothek Solothurn begonnen, welches bis am 24. April dauerte. Normalerweise pendle ich jeden Tag nach Bern ins Schweizerische Bundesarchiv.

 
Es war bereits zu Beginn eine grosse Umstellung. Es war vieles neu für mich, selbst der Magazindienst, den wir im Archiv auch haben, wurde ganz anders aufgebaut als ich es kannte. Ich habe nicht einfach eine bestimmte Aufgabe bekommen, welche ich jede Woche machen konnte, stattdessen bin ich immer wieder da eingeteilt worden, wo es gerade Arbeit hatte. So konnte ich im ganzen Haus ein wenig sein und einen Einblick gewinnen. Einmal haben wir sogar einen Ausflug in eine Jagdbibliothek gemacht. Sie war sehr klein aber sehenswert.

Im Archiv haben wir auch einen Lesesaal, welcher aber deutliche weniger Betrieb hat, als die Theke in der Bibliothek. Über die ganzen Monate die ich da war, bin ich sehr froh über die Hilfe die ich hatte. Es gab immer wieder Sachen von denen ich nichts wusste und konnte meine Arbeitskollegen um Rat fragen. Ich war ziemlich gerne an der Theke, da hatte ich auch Kontakt zu den Kunden, welcher im Archiv weniger vorkommt.

Eine der schwierigsten Arbeiten war das Katalogisieren. Ich hatte erst einen ÜK zu dem Thema. Es war nicht meine liebste Beschäftigung, da man einfach sehr viel beachten muss, bevor man es abspeichern kann. Aber ich denke ich habe auch viel in dieser Zeit gelernt und werde einige Sachen in den nächsten ÜKs anwenden können.

Kinder- und Jugendabteilung
Die meiste Zeit habe ich in der Kinder- und Jugendbibliothek verbracht. Mit der Zeit habe ich mich ein wenig ausgekannt und konnte die Kunden sogar beraten. Es gab Arbeiten, die ich sehr gern gemacht habe und solche die mir dann wieder weniger lagen. Zweimal durfte ich die Tische, die man gleich zu Beginn sieht, kreativ verzieren. Einmal zu Freundschaft und Grusel, das andere Mal zu Ostern. Ich habe es sehr gern gemacht, da ich selber die Medien dazu suchen und es auf meine Art gestalten konnte. Wenn ich in der Abteilung arbeitete, waren die Kinderbücher die ich selbst als kleines Kind vorgelesen bekam, eine schöne Erinnerung an meine Kindheit. Es war schön zu sehen wie die Kinder kamen und sich mit Freude ein Buch ausgelesen haben und es dann stolz an die Theke brachten.

Im Ganzen also hat mir das Praktikum gut gefallen, ich bin froh, dass ich hier mein allererstes Praktikum machen durfte.

Freitag, 19. April 2019

Ostergrüsse aus der Kijubi



smh - Die Bibliothek bleibt über Ostern geschlossen. Wir wünschen allen frohe Festtage ohne Stau und mit viel Sonne!

Dienstag, 16. April 2019

Kulturnacht 2019: Pumpelpitz kommt in die Bibliothek!


smh - Am Samstag, 27. April 2019 findet in Solothurn die Kulturnacht statt. Wir sind auch dabei, und für die Kinder haben wir uns etwas besonders Schönes einfallen lassen:

Um 16 Uhr und um 17 Uhr gibt es bei uns in der Bibliothek je ein halbstündiges Konzert mit Pumpelpitz und Simu Fankhauser. Das wird bestimmt laut und lustig!

Nachmittagsticket für Erwachsene: Fr. 10.–
(Gültig für bis und mit 17 Uhr beginnende Programme, kein Vorverkauf)
Kinder bis 16 Jahre in Begleitung einer erziehungsberechtigten Person sind gratis!

Weitere Infos zur Kulturnacht unter https://kulturnachtsolothurn.ch/

Simu Fankhauser (r.) und Tom Gisler (l.)

Donnerstag, 28. März 2019

Mein Praktikum im SAPA in Zürich

Jessica schreibt:

Am 14. Januar hat mein Praktikum im Tanzarchiv bzw. SAPA in Zürich begonnen. Ich bin jeweils am Montag und Donnerstag, den ganzen Tag und Dienstag, am Nachmittag in Zürich. Sie haben am Freitag zu, deswegen war ich an diesem Tag in der Zentralbibliothek in Solothurn.  Das finde ich recht gut, da ich an diesen Freitagen für mein bald anstehendes QV lernen und repetieren kann. Im SAPA arbeiten sie mehrheitlich mit Excel-Listen und mit ScopeArchives*. SAPA Zürich sammelt wie Lausanne Medien zu tanz, jedoch ist die Dokumentation in Lausanne nicht wie in Zürich Video, sondern Papier.
Ich hatte das Vergnügen in der letzten Woche, die Theater Sammlung in Bern kennen zu lernen.  Im SAPA sind für die Videokonservierung zuständig. Ich durfte an zwei Sitzungen teilhaben. Das SAPA veranstaltet viele Events, unter anderem wird das Event «Zürich tanzt» von ihnen veranstaltet, welches vom 3. bis 5. Mai stattfindet.


Meine Tätigkeiten
DVD‘s signiert
In Scope nach dem DVD gesucht und auf der Technischen Stufe die Signatur geschrieben und diese in die DVD-Hülle und an den rücken der DVD geklebt.

Visionierung
Ich habe von verschiedenen Choreographen seine VHS und Videos visioniert und in der Excel-Liste der Choreographen geschrieben, was in den VHS und Videos zu sehen ist.

Regale
Ich habe die VHS-Regale umgeräumt und diese angeschrieben.

Verschiedene Listen
Ich habe einige Ablieferungslisten und Memoriavlisten gemacht.

Sammlungen von Choreographen
Ich durfte zwei grosse Sammlungen von Torrini und Deroc Sammlung bearbeitet.

Deroc-Sammlung
Ich habe die ganze Deroc-Sammlung in Scope erschlossen und den verschiedenen Medien neue Signaturen vergeben.

Laufmappen
Es war wieder an der Zeit, ältere Laufmappen in Säurefreie Karton versorgt und die Gestelle geputzt.

Sigurd Leeder
Ich habe die Bilder vom Choreograph Leeder die in einem Dokument auf dem Computer waren, in ScopeArchives konvertiert.

Videokonservierung

Das Praktikum im SAPA hat mir sehr gefallen. Die Mitarbeitenden waren alle sehr nett und haben mir immer geholfen wo ich Hilfe gebraucht habe. Ich wurde gut im SAPA-Team aufgenommen, ich habe mich auch mit allen sehr gut verstanden.
Ich war zwei Monate im SAPA in Zürich, die Zeit ist sehr schnell vorbei gegangen aber es war eine sehr intensive Zeit. Ich habe im Praktikum sehr viel Neues gelernt im Bezug zu Archiv arbeiten gelernt.

Am meisten hat mir das Visionieren von den verschiedenen Aufführungen der Choreographen gefallen, da ich sehr in Tanz interessiert bin.

*Archivsystem in dem die Sammlungen und Dokumente verwaltet werden.

Dienstag, 12. März 2019

Eine andere Geschichte...

aw - Nur wenige von unseren Nutzerinnen und Nutzern wissen um die Schätze, die wir im Magazin aufbewahren. Über 15000 Kinder- und Jugendbücher aus den letzten 100 Jahren warten auf Neugierige, Nostalgische und Forschende. Wir von der Kijubi versuchen möglichst viele, unserer Meinung nach erhaltenswerte Bücher, nach dem Gebrauch im Freihandbestand ins Magazin zu retten (leider gelingt uns dies nicht immer und einige der Bilderbücher bräuchten dringen einmal einen Bücherdoktor).
Die Magazinbücher sind aber nicht nur wertvoll, weil sie als meist vergriffene Bücher, sonst kaum erhältlich sind. Mit einem wachsenden Magazinbestand können plötzlich Vergleiche gezogen und Altes mit Neuem verglichen werden. Zum Beispiel kann das Bilderbuch "Elisabeth wird gesund oder mit Bauchweh fing es an" bei uns mit den alten und den neuen Illustrationen ausgeliehen werden (die Vergleiche zwischen den 1978 und 2013 erscheinen Bildern und dem veränderten Spitalalltag sind nicht nur historisch spannend, sie haben auch  eine Suchbilderbuch-mässige Wirkung, die wunderbar zur Vermittlung eingesetzt werden kann).

Heute möchte ich aber von einem anderen Bilderbuch erzählen, dass gleich und doch anders ist.

Durch Zufall bin ich bei dem Bilderbuch Richard von Helme Heine darauf gestossen, dass unsere altes Magazin-Exemplar (1978) und die neueren Ausgaben (nach 1990) nicht exakt die gleiche Geschichte erzählen. Drei Seiten wurden von dem Autoren in Text und Bild verändert.




Interessanterweise sind es genau die Seiten, auf denen der Protagonist mit sich selbst konfrontiert zur Erkenntnis gelangt. Während in der frühen Version ein uralter Rabe den entscheidenden Hinweis gibt (ab Abb. 3), wird dieser alte Rabe in der späteren Version der Geschichte weggelassen. Richard sieht sein Spiegelbild in einer Pfütze, bedroht es und kämpft schlussendlich gegen sich selbst ( ab Abb. 6).

Frühe Version:



 
Spätere Version:


 

Wa mag Helme Heine dazu bewogen haben, den Erkenntnisweg des Raben zu ändern? Fand er die Erkenntnis durch das Selbst der heutigen Gesellschaft eher angemessen oder ist die Botschaft so besser verständlich? Wird die Aussage des Bilderbuch durch die Änderung zusätzlich vertieft, oder visuell besser verständlich gemacht?
Bilden sie sich selber ein Urteil. Die endgültige Antwort kennt wohl nur Helme Heine.
Wenn Sie beide Bilderbücher selbst vergleichen wollen, kommen Sie zu uns in die Zentralbibliothek Solohturn (die Signaturen lauten für die frühe Version ZBS St I 991 und für die spätere Version ZBS St I 3483).

Freitag, 15. Februar 2019

Der Bibliothekar - ein Gastbeitrag

Bild aus "Ex Libris - The New York Public Library" a Film by Frederick Wiseman
smh - Uns wurde auf verschlungenen Wegen ein Aufsatz zugespielt, aus der Feder eines jungen Bibliothekars in Ausbildung. Er setzt sich damit auseinander, was einen Menschen denn zum Bibliothekar macht - auch in Zeiten, wo die Berufsausbildung unter dem Begriff "Fachfrau/Fachmann Information und Dokumentation" läuft. Wir wünschen viel Spass bei der Lektüre!

***

Ich habe keine Seele.

Und weil ich keine Seele habe, baue ich mir jeden Tag ein neues Ich aus Träumen und Idealen. Da die aber nicht besonders stabil sind, halten sie selten länger als ein paar Stunden. Manchmal kann ich dieselbe Persönlichkeit mehrmals herstellen, denen gebe ich dann Namen. Der Schüler, das Vorbild, der Anführer und der Prediger sind einige davon und machen kaum ein Zehntel aus in der Masse verschiedener Verhaltensweisen. Doch auch die halten nie lange und wenn doch, dann nur durch Zufall. Manche, wie der Narr oder der Träumer, dringen sogar von selbst in mein Unterbewusstsein ein und beeinflussen meine Gedanken und Worte, doch wenn ich sie brauche sind sie nur selten da und auch wenn sie sich einfangen lassen, verlassen sie mich normalerweise mittendrin, hilflos den Umständen die sie herbei geleitet haben ausgeliefert. Falls es einen Weg gibt, Gedankenkonstrukte zuverlässig zu machen, habe ich ihn noch nicht gefunden. Es gibt allerdings, wie bei jeder Regel, eine Ausnahme, die sie bestätigt. Jemand, den ich für fast fünf Monate sein konnte, jemand der mit mir wuchs, jemand der mir, wenn auch nur für eine kurze Zeit, eine Seele gegeben hat. Ich nannte ihn den Bibliothekar weil er... nun ja, er arbeitete in einer Bibliothek.

Der Bibliothekar wurde an einem normalen Freitag in meinem achten Schuljahr geboren. Es war Nachmittag, die Schule war aus und ich war, wie fast immer Freitags, in der Bibliothek meiner Mutter am Aushelfen. Die Arbeit, wenn auch manchmal etwas langweilig, ging mir leicht von der Hand und ich bekam immer ein gutes Mittagessen im Tausch. Ich war gerade daran, die Verkehrs-Sektion aufzuräumen, als mich ein kleiner Junge scheu ansprach, und mich fragte wo wohl „die Bücher mit den schnellen Autos seien“. Es gab schon vorher einige Male, wo mich ein Besucher mit einem tatsächlichen Mitarbeiter verwechselt hatte, aber normalerweise konnte ich ihnen nicht helfen. Ich war allerdings gerade mit dem Teil über Rennautos fertiggeworden und konnte dem Jungen daher zeigen, wo sie waren. Ich machte weiter, zufrieden mit mir selbst und war gerade am Gehen, da kam der Kleine zu mir, mit einem Buch über Ferraris in der Hand, und einem strahlenden Lächeln auf dem Gesicht, und sagte „Danke“. Es ist mir nicht peinlich zuzugeben, dass das einer der erfüllendsten Momente meines Lebens war.

Bücher  haben mich mein Leben lang begleitet. Ihre Geschichten haben mir die Langeweile genommen, wenn ich wieder einmal, früher als alle anderen Kinder, nach Hause kam und meine Eltern noch bei der Arbeit waren. Sie waren für mich da, wenn ich mich alleine fühlte, sie zeigten mir Sachen, die mich zum Staunen brachten und Sachen, von denen ich lieber nie gewusst hätte, dass es sie gibt. Bücher haben mich gross gezogen und sie sind ein Teil von mir, und so etwas mit jemand Wildfremdem teilen zu können, ist ein unbeschreibliches Gefühl. Der Dank des jungen Autofans war das grösste Geschenk, das ich je erhalten habe. Er hat mir gezeigt, dass es etwas gibt, wofür es sich zu leben lohnt.

Zwei Jahre später entschloss ich mich, ein Praktikum in einer Jugendbibliothek zu machen. Dort konnte ich jeden Tag erneut in die Rolle des Bibliothekars schlüpfen. Ich konnte lernen, von einem Meister seines Handwerks, ich konnte meinen Alltag mit Büchern und Lesenden allen Alters verbringen und, das Wichtigste von allem, ich konnte Leuten die Geschichten, die ich sosehr liebe, näherbringen. Ich war glücklich.

Dann musste ich gehen. Das Praktikum war vorbei und der Bibliothekar starb und liess mich mit einem Gefühl der Leere zurück. Ich war plötzlich wieder ein seelenloser Teenager ohne einen Platz in der Welt. Es ist also unschwer zu verstehen, warum ich zurück wollte, warum ich nicht Buchhändler oder gar Kaufmann werden wollte, warum ich so stur war, dass es drei lange Jahre gedauert hat, bis ich eine Stelle bekam, von der ich dachte, da kann ich es leben, mein Ideal.

Vor einem Monat sah ich einen Film. Es ging darin um die New York Public Library, eine der revolutionärsten Bibliotheken der Welt. Und da wollte ich plötzlich nicht mehr zurück. Der glückliche Alltag war immer noch eine schöne Erinnerung, immer noch die glücklichste Zeit meines Lebens, aber ich wollte nicht wieder der Bibliothekar werden. Ich wollte mehr. Ich wollte nach New York. Ich wollte dabei sein, wenn die grossen Künstler und Philosophen die Massen inspirierten. Ich wollte Teil des Systems sein, welches Amerikas soziale Struktur aufrechterhält, das sich darum kümmert, dass alle Wlan haben und eine Chance auf einen Job. Ich entschloss mich dann und dort, meine Lehre mit Topnoten abzuschliessen, die Berufsmaturität zu machen und dann nach Cambridge, Oxford oder Manchester studieren zu gehen, um mich für eine Stelle in der New York Public Library zu qualifizieren. Ich will nicht mehr der Bibliothekar sein, der ich mal war, sondern viel mehr. Ich werde nehmen was ich bisher gelernt habe und darauf aufbauen. Ich werde büffeln und alle, die sich auch nur einmal etwas weniger Mühe geben als 120% im Staub zurücklassen, und ich werde noch schlauer, noch fähiger, noch grossartiger werden. Ich werde mir ein Selbst bauen, das aus so viel mehr besteht als nur Träumen und Geschwätz, und ich werde es werden. Ich werde der beste Bibliothekar, den die Welt je gesehen hat!

Ich habe keine Seele, noch nicht, aber ich habe einen Traum.
Und vorerst reicht mir das.

Montag, 4. Februar 2019

Schneemänner im Anmarsch

aw - Letzen Samstag haben wir, passend zum Wetter, in der Värslistunde Verse zum Thema Schneemänner, kalt haben und warm anziehen geübt.


Für alle die bei diesem herrlichen Schneewetter lieber zum Schlitteln oder Skifahren gegangen sind,  gibt es hier die Chance das Minibook auszudrucken und die Verse doch noch kennen zu lernen.

Donnerstag, 24. Januar 2019

Wenn die Daten zügeln, dann spürt man das auch

So sieht das aus, wenn man in zwei Systemen gleichzeitig arbeitet ;-)
smh - Nicht nur in der Kijubi, sondern in der ganzen Bibliothek kommt momentan neben dem üblichen geschäftigen Treiben eine weitere Herausforderung für die Benutzenden und das Personal dazu. Der Umzug unserer Medien-Daten in den grossen IDS-Verbund geht nicht ohne Wogen an uns vorbei.

Seit dem 15. Januar arbeiten wir offiziell im neuen System, doch sind noch längst nicht alle Übergangsarbeiten abgeschlossen. Alles was vor dem 15.1. ausgeliehen wurde, befindet sich noch auf dem Benutzerkonto im alten Programm. Das bedeutet, dass wir im Moment noch in beiden Systemen arbeiten. Zudem kennen wir den neuen Katalog noch nicht so gut. Beides führt für unsere Besucherinnen und Besucher zu Wartezeiten, die sie sich so nicht gewohnt sind.

Die Suche sieht völlig anders aus, und da viele Medien noch am alten Ort verbucht sind, stimmt oft der Ausleihstatus nicht. Beim sich selber Einloggen auf dem Benutzerkonto und bei der Ausleihe von eBooks gibt es Übergangsbeschwerden.

Alle Mitarbeitenden sind natürlich bemüht, so schnell wie möglich alles zu lernen, was es zu lernen gibt, und die Probleme zu beheben, sobald sie auftauchen. Sobald sich die Wogen ein wenig geglättet haben, werden die vielen Vorteile, die der Wechsel mit sich bringt, so richtig spürbar werden.

Bis dahin sind wir dankbar für die Geduld und das Verständnis, die uns unsere Besucherinnen und Besucher so grosszügig entgegenbringen!

DANKE!

PS. Sobald alle Ausleihdaten im neuen System und die neuen Abläufe und Zugänge geklärt sind,  wird niemand dem alten System und seinen Doppelspurigkeiten nachtrauern. Endlich alle Daten im gleichen Katalog zu haben, bedeutet eine grosse Erleichterung. Auch die neuen Konditionen dürfen sich sehen lassen: so können neu bis zu 20 Medien (plus 8 eBooks) ausgeliehen werden, und Kinder und Jugendliche in Ausbildung bezahlen keine Jahresgebühr mehr!

Die Suchoberfläche im neuen OPAC wirkt sehr aufgeräumt