Donnerstag, 28. März 2019

Mein Praktikum im SAPA in Zürich

Jessica schreibt:

Am 14. Januar hat mein Praktikum im Tanzarchiv bzw. SAPA in Zürich begonnen. Ich bin jeweils am Montag und Donnerstag, den ganzen Tag und Dienstag, am Nachmittag in Zürich. Sie haben am Freitag zu, deswegen war ich an diesem Tag in der Zentralbibliothek in Solothurn.  Das finde ich recht gut, da ich an diesen Freitagen für mein bald anstehendes QV lernen und repetieren kann. Im SAPA arbeiten sie mehrheitlich mit Excel-Listen und mit ScopeArchives*. SAPA Zürich sammelt wie Lausanne Medien zu tanz, jedoch ist die Dokumentation in Lausanne nicht wie in Zürich Video, sondern Papier.
Ich hatte das Vergnügen in der letzten Woche, die Theater Sammlung in Bern kennen zu lernen.  Im SAPA sind für die Videokonservierung zuständig. Ich durfte an zwei Sitzungen teilhaben. Das SAPA veranstaltet viele Events, unter anderem wird das Event «Zürich tanzt» von ihnen veranstaltet, welches vom 3. bis 5. Mai stattfindet.


Meine Tätigkeiten
DVD‘s signiert
In Scope nach dem DVD gesucht und auf der Technischen Stufe die Signatur geschrieben und diese in die DVD-Hülle und an den rücken der DVD geklebt.

Visionierung
Ich habe von verschiedenen Choreographen seine VHS und Videos visioniert und in der Excel-Liste der Choreographen geschrieben, was in den VHS und Videos zu sehen ist.

Regale
Ich habe die VHS-Regale umgeräumt und diese angeschrieben.

Verschiedene Listen
Ich habe einige Ablieferungslisten und Memoriavlisten gemacht.

Sammlungen von Choreographen
Ich durfte zwei grosse Sammlungen von Torrini und Deroc Sammlung bearbeitet.

Deroc-Sammlung
Ich habe die ganze Deroc-Sammlung in Scope erschlossen und den verschiedenen Medien neue Signaturen vergeben.

Laufmappen
Es war wieder an der Zeit, ältere Laufmappen in Säurefreie Karton versorgt und die Gestelle geputzt.

Sigurd Leeder
Ich habe die Bilder vom Choreograph Leeder die in einem Dokument auf dem Computer waren, in ScopeArchives konvertiert.

Videokonservierung

Das Praktikum im SAPA hat mir sehr gefallen. Die Mitarbeitenden waren alle sehr nett und haben mir immer geholfen wo ich Hilfe gebraucht habe. Ich wurde gut im SAPA-Team aufgenommen, ich habe mich auch mit allen sehr gut verstanden.
Ich war zwei Monate im SAPA in Zürich, die Zeit ist sehr schnell vorbei gegangen aber es war eine sehr intensive Zeit. Ich habe im Praktikum sehr viel Neues gelernt im Bezug zu Archiv arbeiten gelernt.

Am meisten hat mir das Visionieren von den verschiedenen Aufführungen der Choreographen gefallen, da ich sehr in Tanz interessiert bin.

*Archivsystem in dem die Sammlungen und Dokumente verwaltet werden.

Dienstag, 12. März 2019

Eine andere Geschichte...

aw - Nur wenige von unseren Nutzerinnen und Nutzern wissen um die Schätze, die wir im Magazin aufbewahren. Über 15000 Kinder- und Jugendbücher aus den letzten 100 Jahren warten auf Neugierige, Nostalgische und Forschende. Wir von der Kijubi versuchen möglichst viele, unserer Meinung nach erhaltenswerte Bücher, nach dem Gebrauch im Freihandbestand ins Magazin zu retten (leider gelingt uns dies nicht immer und einige der Bilderbücher bräuchten dringen einmal einen Bücherdoktor).
Die Magazinbücher sind aber nicht nur wertvoll, weil sie als meist vergriffene Bücher, sonst kaum erhältlich sind. Mit einem wachsenden Magazinbestand können plötzlich Vergleiche gezogen und Altes mit Neuem verglichen werden. Zum Beispiel kann das Bilderbuch "Elisabeth wird gesund oder mit Bauchweh fing es an" bei uns mit den alten und den neuen Illustrationen ausgeliehen werden (die Vergleiche zwischen den 1978 und 2013 erscheinen Bildern und dem veränderten Spitalalltag sind nicht nur historisch spannend, sie haben auch  eine Suchbilderbuch-mässige Wirkung, die wunderbar zur Vermittlung eingesetzt werden kann).

Heute möchte ich aber von einem anderen Bilderbuch erzählen, dass gleich und doch anders ist.

Durch Zufall bin ich bei dem Bilderbuch Richard von Helme Heine darauf gestossen, dass unsere altes Magazin-Exemplar (1978) und die neueren Ausgaben (nach 1990) nicht exakt die gleiche Geschichte erzählen. Drei Seiten wurden von dem Autoren in Text und Bild verändert.




Interessanterweise sind es genau die Seiten, auf denen der Protagonist mit sich selbst konfrontiert zur Erkenntnis gelangt. Während in der frühen Version ein uralter Rabe den entscheidenden Hinweis gibt (ab Abb. 3), wird dieser alte Rabe in der späteren Version der Geschichte weggelassen. Richard sieht sein Spiegelbild in einer Pfütze, bedroht es und kämpft schlussendlich gegen sich selbst ( ab Abb. 6).

Frühe Version:



 
Spätere Version:


 

Wa mag Helme Heine dazu bewogen haben, den Erkenntnisweg des Raben zu ändern? Fand er die Erkenntnis durch das Selbst der heutigen Gesellschaft eher angemessen oder ist die Botschaft so besser verständlich? Wird die Aussage des Bilderbuch durch die Änderung zusätzlich vertieft, oder visuell besser verständlich gemacht?
Bilden sie sich selber ein Urteil. Die endgültige Antwort kennt wohl nur Helme Heine.
Wenn Sie beide Bilderbücher selbst vergleichen wollen, kommen Sie zu uns in die Zentralbibliothek Solohturn (die Signaturen lauten für die frühe Version ZBS St I 991 und für die spätere Version ZBS St I 3483).